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Streckenbeeinflussungsanlagen

Im Folgenden finden Sie Erläuterungen zu Streckenbeeinflussungsanlagen in Baden-Württemberg.

play_arrowNebelwarnanlage A8 Albhochfläche

Zur Erhöhung der Verkehrssicherheit wurde 1992 aufgrund meteorologischer und topographischer Besonderheiten eine Nebelwarnanlage (NWA) in Betrieb genommen, die auch die Funktionen einer Streckenbeeinflussungsanlage beinhaltet. Auf einer Gesamtlänge von ca. 84,8 km (42,8 km in Fahrtrichtung Stuttgart und 42 km in Fahrtrichtung München) werden zwischen Hohenstadt und Riedheim über ca. 210 Induktionsschleifen, 22 Sichtweitenmessgeräte und 12 Wetterstationen aktuelle Verkehrs- und Umfelddaten erfasst, verarbeitet und daraus entsprechende Anzeigen für die insgesamt ca. 132 Wechselverkehrszeichen an der Strecke geschaltet.


Die Anlagensteuerung und -überwachung erfolgt durch Bedienstationen in der Autobahnmeisterei Ulm-Dornstadt und der LST. Zusätzlich können Sonder- und Handprogramme geschaltet werden.

Derzeit wird die Anlage grundlegend erneuert.


play_arrowStreckenbeeinflussungsanlage A8 Leonberg bis Wendlingen
Die Streckenbeeinflussungsanlage (SBA) im Streckenabschnitt von der Anschlussstelle Leonberg-West bis zur Anschlussstelle Wendlingen ist auf einer Länge von 32 km in Fahrtrichtung Karlsruhe und 31 km in Fahrtrichtung München ausgebaut. Die Anlage ist seit dem 26.07.2012 in Betrieb.

Die SBA verfügt über 45 Anzeigequerschnitte mit Wechselverkehrszeichen in LED-Technik. Zur Verkehrslage- und Umfelddatenerfassung stehen 45 Messquerschnitte (Kombinationsdetektoren mit Radar-, Ultraschall- und Passivinfrarotmessverfahren an den Verkehrszeichenbrücken), 1 Dauerzählstelle (mit Induktionsschleifen) sowie 11 Umfelddatenmessstationen zur Detektierung des Fahrbahnzustandes, des Niederschlags und der Sichtweiten zur Verfügung. 67 Streckenstationen mit 6 Energieeinspeisepunkten zur Energieversorgung sowie 6 Videokameras zur Verkehrsbeobachtung vervollständigen die verkehrstechnischen Komponenten der SBA.

Die Geschwindigkeitsmessanlagen (ugs: Blitzer) sind kein Bestandteil der Streckenbeeinflussungsanlage. Sie sind in alleiniger Verantwortung des Referates 31 des Innenministeriums und werden durch das Polizeipräsidium Ludwigsburg betrieben. Auskünfte im Zusammenhang mit ausgelöster Bilderfassung können Sie ggfs. von der Zentralen Bußgeldstelle beim Regierungspräsidium Karlsruhe (poststelle-zbs@rpk.bwl.de) erhalten.

play_arrowStreckenbeeinflussungsanlage A81 Leonberg bis Mundelsheim
Die Streckenbeeinflussungsanlage (SBA) im Streckenabschnitt von Leonberg bis nach Mundelsheim wurde ab dem Frühjahr 2012 auf einer Länge von ca. 26 km je Fahrtrichtung errichtet und am 24.03.2014 in Betrieb genommen. Zwischen den Anschlussstellen Ludwigsburg-Nord und Stuttgart-Zuffenhausen ist zusätzlich eine temporäre Seitenstreifenfreigabe geplant.

Die SBA wird aus 33 Anzeigequerschnitten mit Wechselverkehrszeichen in LED-Technik, 33 Messstellen (Kombinationsdetektoren mit Radar-, Ultraschall- und Passivinfrarotmessverfahren an den Verkehrszeichenbrücken) und 7 Umfelddatenmessstationen zur Detektierung des Fahrbahnzustandes, des Niederschlags und der Sichtweiten bestehen. 4 Energieeinspeisepunkte versorgen die SBA. Insgesamt sind 50 Streckenstationen notwendig. Zur Verkehrsbeobachtung werden 6 Videokameras eingesetzt.

play_arrowVerkehrslenkungssystem A5 Weil am Rhein
Das Verkehrslenkungssystem (VLS) steuert den (Lkw-)Verkehr vor der Grenze zur Schweiz in Fahrtrichtung Basel auf einer Länge von 9 km mit 28 Anzeigequerschnitten. Die A5 ist eine der wichtigsten transeuropäischen Verkehrsachsen. An der Gemeinschaftszollanlage (GZA) Weil am Rhein sind Güter und Waren bei Transporten in bzw. über die Schweiz nach Zollarten zu verzollen. Die Abfertigung erfolgt werktags zwischen 05:00 Uhr und 22:00 Uhr. In der Schweiz gilt für den Schwerverkehr ein Nachtfahrverbot sowie an Sonn- und Feiertagen ein ganztägiges Fahrverbot. Aufgrund der beschränkten Zollhofkapazität kommt es für den Lkw-Verkehr auf der A5 zu Rückstaubildungen. Um diese Rückstaus abzusichern und die wartenden Lkw der GZA dosiert zuzuführen, wurde in mehreren Baustufen seit 1998 ein Verkehrslenkungssystem mit Stauwarnanlagen errichtet.


Auf der A5 erfolgt von der Anschlussstelle Efringen-Kirchen bis Weil am Rhein/Hüningen mittels Wechselverkehrsschildern und Ampeln eine Vorsortierung der Lkw nach Zollarten auf der rechten und mittleren Fahrspur sowie eine Geschwindigkeitsreduzierung und Stauwarnung. Die Lkw werden gezielt nach Zollarten getrennt und in zwei Staubereiche aufgestaut. Die Staubereiche befinden sich zwischen der AS Weil am Rhein und Hüningen sowie zwischen dem AD Weil am Rhein und Efringen-Kirchen. Durch diese Staubereiche werden die Anschlussstellen auf der A5 freigehalten. Die Staubereiche verfügen über ein Fassungsvermögen von rund 450 Lkw auf einer (Stau-)Länge von 9 km.


Die Lkw werden an der GZA und an den Stauräumen mittels Laser- und Radarssensoren detektiert. Ein Computersystem mit spezieller Verkehrssoftware ermittelt die Belegung in den Stauräumen und die Lkw-Parkkapazität an der GZA. Sobald freie Stellplätze vorhanden sind, werden über Ampeln und Wechselverkehrszeichen neue Lkw angefordert. Die Steuerung des VLS erfolgt in der Regel automatisch. Die Autobahnpolizei Weil am Rhein überwacht die Anlagen und steuert diese bei Bedarf. Das Verkehrslenkungssystem Weil am Rhein wurde aufgrund der nahezu täglichen Lkw-Staus errichtet. Liegt kein Lkw-Stau vor, werden die Funktionen der Streckenbeeinflussungsanlage, wie Geschwindigkeitsvorgaben, Warnung vor Witterungseinflüssen und Lkw-Überholverbote, angezeigt.


play_arrowVerkehrslenkungssystem A861 Rheinfelden
Im März 2006 wurde die Gemeinschaftszollanlage (GZA) Rheinfelden und das Verkehrslenkungssystem (VLS) für Lkw auf der A98 und der A861 fertig gestellt. Die Güter und Waren werden bei Transporten in die Schweiz an der GZA Rheinfelden, getrennt nach Zollarten, abgefertigt. Die Abfertigung erfolgt werktags zwischen 07:00 Uhr und 17:30 Uhr. Aufgrund der beschränken Kapazität an der GZA Rheinfelden und dem in der Schweiz geltenden Nacht- sowie Sonn- und Feiertags-Fahrverbot, kommt es an der GZA Rheinfelden für den Lkw-Verkehr auf der A861 und der A98 zu Rückstaubildungen. Zur Absicherung dieser Rückstaus und zur dosierten Zuführung der wartenden Lkw zur GZA Rheinfelden wurde durch mehrere Baustufen das Verkehrslenkungssystem Rheinfelden realisiert.


Zwischen den Anschlussstellen Lörrach-Ost und Rheinfelden-Süd ist das VLS ausgebaut. Die Anlage verfügt über 44 Anzeigequerschnitte, 17 Messquerschnitte, 27 Streckenstationen, 11 Verkehrskameras und eine Umfelddatenerfassungsstelle. Derzeit stehen 2 Stauräume auf der A861 und A98 für 151 Lkw auf einer Länge von mehr als 3 km zur Verfügung. Ein Stauraum befindet sich auf zwei Fahrspuren zwischen den Anschlussstellen Rheinfelden-Mitte und Rheinfelden-Süd (A861) sowie auf der rechten Fahrspur der A98 zwischen der Anschlussstelle Lörrach-Ost und dem Autobahndreieck Hochrhein. Mittels Wechselverkehrszeichen erfolgt eine Vorsortierung der Lkw nach Zollart. Dies ermöglicht ein verbessertes Lkw-Staumanagement, da sich die Lkw auf 2 Fahrspuren, sortiert nach „CH-Import“ sowie „Transit und Leer“, aufstellen können. Die Sortierung wird frühzeitig über Verkehrslenkungstafeln mit kombinierten Wechselverkehrszeichen angekündigt.

Auf der linken Fahrspur ist der Verkehr nur für Pkw freigegeben. Lkw, die nach Rheinfelden Süd fahren, dürfen diese Fahrspur ebenfalls verwenden. Dies ermöglicht ein staufreies Fahren für den überwiegend lokalen Rheinfelder Verkehr.


Auf der rechten und mittleren Fahrspur der A861 erfolgt durch Ampeln eine Zuflussdosierung, wodurch eine schnellere Abfertigung an den Zollanlagen ermöglicht wird. Die GZA Rheinfelden verfügt über 39 Stellplätze für Verzoller und ca. 5 Stellplätze für den Transit-Verkehr. Ein System aus Laser-Scannern erfasst die Belegung in den Stauräumen und in der GZA Rheinfelden. Sobald die Stellplätze belegt sind, schalten die Ampeln auf ROT und werden erst wieder GRÜN, wenn ausreichend Stellplätze vorhanden sind.

Liegt kein Lkw-Stau vor, werden die Funktionen der Streckenbeeinflussungsanlage, wie Geschwindigkeitsvorgaben, Warnung vor Witterungseinflüssen und Lkw-Überholverbote, angezeigt. Die Steuerung der Anlage läuft automatisch. Die Überwachung erfolgt durch das Autobahnpolizeirevier Weil am Rhein.


Ausblick: Sobald der Ausbau der A98 in Richtung Karsau weitergeht, werden Anpassungen des Verkehrslenkungssystems erfolgen.

play_arrowStreckenbeeinflussungsanlage B27 Stuttgart-Degerloch bis Aichtal
Die Anlage ist auf einer Strecke von insgesamt 34 km zwischen Stuttgart-Degerloch und Aichtal (in Fahrtrichtung Tübingen 16 km, in Fahrtrichtung Stuttgart 18 km) ausgebaut. Die Strecken­beeinflussungsanlage verfügt über insgesamt 36 Messquerschnitte, jeweils 18 pro Fahrtrichtung. Diese ermitteln permanent die fahrstreifenbezogenen Verkehrsstärken und Geschwindigkeiten je Fahrzeugart (Pkw und Lkw). Zudem sind 9 Wetterstationen mit zugehörigen Sichtweiten- und Fahrbahn­zustands­sensoren installiert, die Wind, Regen, Luftfeuchte, Luft- und Fahrbahntemperatur sowie die Sichtweite messen.

Zur Verbesserung des Verkehrsflusses und der Verkehrssicherheit wurden an den drei Anschlussstellen Filderstadt-Ost/Bonlanden, Filderstadt-West/Plattenhardt und Leinfelden-Echterdingen-Süd/Stetten - jeweils in Fahrtrichtung Stuttgart - Zuflussregelungsanlagen erbaut.


Die Steuerung der Anlage läuft automatisch. Die Überwachung der Anlage erfolgt durch die Operatoren der Straßenverkehrszentrale BW. Von dort werden auch Sonderprogramme (z. B. Tagesbaustellen) geschaltet.

Für den Streckenabschnitt zwischen dem „Echterdinger Ei“ und Stuttgart-Degerloch wird für beide Fahrtrichtungen aus Gründen des Lärmschutzes täglich von 22:00 Uhr bis 06:00 Uhr eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 80 km/h vorgeschrieben. Von der Verkehrsbehörde ist außerhalb der Gemarkung Stuttgart eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h angeordnet.

Im Bereich des Tunnels zwischen den Anschlussstellen Leinfelden-Echterdingen-Mitte/Flughafen und Leinfelden-Echterdingen-Süd/Stetten ist aus Gründen der Verkehrssicherheit eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h angeordnet.

Ausblick: Die mittlerweile veralteten Außenanlagen (LED-Anzeigen, Sensorik) sollen erneuert werden.


play_arrowStreckenbeeinflussungsanlage B14/B29 Stuttgart-Wangen bis Waiblingen
Die Anlage ist auf einer Streckenlänge von 6,8 km in Fahrtrichtung Stuttgart und 5,8 km in Fahrtrichtung Waiblingen ausgebaut. Sie beginnt auf der B10 am Wangener Dreieck in Stuttgart und endet in Waiblingen am Teiler B14/B29. In der Strecke ist der 1.565 m lange Kappelbergtunnel enthalten. Die heutige Anlage besteht aus 20 Anzeige- sowie 20 Messquerschnitten und verfügt über eine voll verkehrsabhängige Schaltung. Drei Messstellen sind mit einer modernen Seitenradarmessung zur Erfassung der Verkehrsstärken ausgestattet.

Die Streckenbeeinflussungsanlage (SBA) wurde in zwei Bauabschnitten erstellt. 1992 wurde der Streckenabschnitt ab dem Wangener Dreieck bis zur Anschluss­stelle Benzstraße erbaut. Zwei Jahre später folgte die Fertigstellung bis nach Waiblingen.


Die SBA ist mit der Tunnelsperranlage des Kappelbergtunnels verknüpft. Dies ermöglicht, im Falle eines Unfalls oder einer Sperrung des Kappelbergtunnels, den Verkehrsteilnehmern frühzeitig die Störung oder Tunnelsperrung durch Wechselverkehrsschilder der SBA anzuzeigen. Dadurch kann frühzeitig der nachfolgende Verkehr gewarnt bzw. umgeleitet werden.

Im Stadtgebiet Stuttgart ist aus Gründen des Lärmschutzes und zur Reduktion des Feinstaubes von der zuständigen Verkehrsbehörde eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h für Pkw und 60 km/h für Lkw angeordnet. Diese Geschwindigkeitsbeschränkung gilt ab der Anschlussstelle Benzstraße (Stuttgart-Bad Cannstatt). Im Kappelbergtunnel ist eine Geschwindigkeit von max. 100 km/h zulässig. Von Waiblingen Richtung Stuttgart sind ebenfalls 100 km/h als zulässige Höchstgeschwindigkeit verkehrsrechtlich angeordnet.

Die Anlage schaltet grundsätzlich vollautomatisch. Die Operatoren der Straßenverkehrszentrale überwachen die Schaltvorgänge. Manuell eingegebene Beschränkungen werden nur für Baustellen, Wartungsarbeiten etc. angewendet. Die Aufforderungen für solche Schaltungen erfolgen durch die Straßenmeisterei bzw. die Polizei.

Ausblick: Die Anlage ist bis auf die Komponenten, die im Rahmen der Modernisierung der Tunneltechnik erneuert wurden, altersbedingt störanfällig. Eine Erneuerung mit geänderter Anlagenausdehnung ist derzeit in Vorbereitung.